Pultdach: Das flexible Dach

Der Wandel dieser Dachform vom Industrie- hin zum Wohnhausbau

PultdachDieser Artikel ist Teil der Serie „Verschiedene Dachformen, wer die Wahl hat, hat die Qual?“

Pultdächer wurden früher hauptsächlich im Industriebbau verwendet. Lager- und Produktionshallen und auch Garagen wurden mit dieser geneigten Dachform gebaut.

In den letzten Jahren setzten sich die schrägen Dächer aber auch im Wohnbereich durch. Vor allem weil sie sich gut zur Installation von Photovoltaik-Anlagen eignen.

Das Pultdach ist eigentlich ein „halbes Satteldach“.
Die obere Kante nennt man hier Pult, die untere Kante Dachtraufe.
Es besitzt nur eine geneigte Dachfläche und gilt als eine der modernsten Variante unter den Dachformen.

Neben dem einfachen Pultdach gibt es auch die Möglichkeit des versetzen Pultdaches.
Hier werden meist zwei Dachflächen in unterschiedlicher Höhe also versetzt zueinander konstruiert.

HümmerPultdach

Wird das Pultdach richtig ausgerichtet, hält die Dachseite Wind, Regen und Kälte ab und die Frontseite speichert die Wärme der Sonne.

Möglichkeiten der Dacheindeckung

Hier ist eigentlich fast alles möglich. Üblich sind hier bei uns Eindeckungen aus Ziegel oder Betondachsteinen und Metalldeckung. Aber es kann auch mit Schiefer gedeckt und bei flacheren Ausführungen begrünt werden. Bei der Begrünung muss aber große Sorgfalt bei der Abdichtung angewandt werden.

  • Ziegeldächer
    Viele Hersteller verlangen bei Dachneigungen unter 22 Grad, je nach Ziegeltyp,
    ein regensicheres Unterdach. Das heißt, es muss eine Dachschalungsbahn
    aufgebracht werden.
  • Metalleindeckungen
    Werden Trapezbleche als Eindeckung verwendet, kann man auch schon Häuser
    mit einer Dachneigung ab 5 Grad errichten.

Deshalb ist es wichtig erst einmal zu überlegenwelche Dacheindeckung man verwenden will. Danach richtet sich dann die Dachneigung.

Dachneigung bei Pultdächern

Beim Pultdach sichert die Neigung die Wasserdichtigkeit.
Die gewählte Eindeckung des Daches ist ausschlaggebend für die Neigung.
Bei Pultdächer beginnt die Dachneigung bei ca. 11 Grad und geht hoch bis etwa 60 Grad.
Je nachdem, welche Eindeckung man für sein Pultdach auswählt, muss eine bestimmte Neigung eingehalten werden, damit das Dach wirklich regensicher istPultdach

Vor- und Nachteile der Pultdächer

Vorteile Pultdach

  • niedrige Energiekosten durch die richtige Dachausrichtung
  • Gute Regenwassernutzung
  • Einfache Konstruktion, dadurch geringere Kosten
  • Gute Ausnutzung des Wohnraumes im Dachgeschoss

Nachteile Pultdach

  • teurere Abdichtung bei flachen Pultdächern
  • je nach Neigungswinkel und Ausrichtung, Hitzeentwicklung unter dem Pultdach in den Sommermonaten

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie “ Die verschiedensten Dachformen„.
• Teil 1 Das klassische Satteldach
• Teil 2 Das flexible Pultdach
• Teil 3 Das Flachdach
• Teil 4 Besondere Dächer