Besondere Dachformen- was kennen Sie davon?

Besondere Dächer

In unserer Serie haben wir Ihnen nun die gängigsten Dachformen vorgestellt.

Aber es gibt noch so viele andere Arten von Dächern, die ich Ihnen in kurzen Beschreibungen aufzeigen möchte.

  • Walmdach
  • Krüpelwalmdach
  • Shedddach
  • Mansarddach
  • Schleppdach
  • Zeltdach
  • Tonnendach
  • Bogendach

Walmdach

DachDiese Dachform ist im süddeutschen und alpinen Raum weit verbreitet.
Das Walmdach ist eigentlich ein Satteldach bei dem die beiden Giebelseiten geneigt sind. So hat ein Walmdach 4 gleich geneigte Dachflächen. Die Dachform ist robust und bietet wenig Angriffsfläche für Wind und Wetter. Die beiden Giebelschrägen werden als Walm bezeichnet.

Krüpelwalmdach

Das Krüpelwalmdach ist eine Unterart des Walmdaches. Das Dach hat auch 4 Dachseiten. Während aber beim Walmdach alle 4 Seiten die gleiche Höhe haben, ist es  beim Krüpelwalmdach anders.
Bei dieser Dachform nämlich enden die beiden Dachflächen der Giebelseiten, also die so genannten Walmungen, oberhalb der Dachflächen der beiden anderen Hausseiten.

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Sheddach

SheddachKoelnFür Fabrikhallen verwenden Architekten gerne Sheddächer.
Ein Sheddach setzt sich aus aneinander gereihten Pultdächern zusammen. Die Fläche unterhalb des Pultes kann verglast werden, dadurch ist eine gute Ausleuchtung und eine gute Lüftung in der Fabrikhalle gewährleistet.
Der Begriff „Sheddach“ leitet sich wahrscheinlich vom englischen Begriff shed für „Schuppen“ ab; insbesondere in England prägt diese Dachform das Bild der Fabriken aus der industriellen Frühzeit.

Mansarddach

Das Mansarddach ist eine Dachform mit unterschiedlich geneigten Dachflächen, es kommt als Giebeldach und auch als Walmdach vor. Durch die zwei Neigungswinkel weisen die Dachflächen einen Knick auf, der die im unteren Bereich wesentlich steilere Dachfläche von der flacheren Fläche im oberen Dachbereich trennt.

Mansarddächer gab es früher hauptsächlich in Frankreich. Der Name geht auf die Architekten François Mansart und Jules Hardouin-Mansart zurück, die im 16. und 17. Jahrhundert diese Form des Dachs erfanden und zunächst in Paris populär machten.

Bei uns in Deutschland kann man diese Art von Dach vor allem an alten Häusern in preußischem Gebiet finden. Aber auch in unserm Marktplatz in Ortenburg haben wir noch viele Häuser mit dieser Dachform.

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Schleppdach

Stille1Als Schleppdach bezeichnet man Dächer die an bestehende Häuser angebaut wurden. Zum Beispiel als Carport oder Vordach.
Das Schleppdach kann sehr harmonisch in den bestehenden Bau integriert werden, entweder mit gleicher Neigung oder, was häufiger vorkommt, etwas flacher, um eine gute Traufhöhe zu erreichen.

Zeltdach

Ein Zeltdach ist eine Dachform mit mehreren gegeneinander geneigten Dachflächen. Die Neigung ist bei allen Dachflächen gleich und sie laufen zu einer Dachspitze zusammen. Zeltdächer haben keinen First. Der Grundriss kann quadratisch, aber auch rechteckig sein. Zeltdächer mit einem quadratischen Grundriss werden auch Pyramidendächer genannt. Die bei uns unter dem Namen „Toskanahäuser“ bekannten Häuser, werden meistens mit Zeltdächern ausgestattet. Aber auch Turmdächer können Zeltdächer sein.

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Tonnendach

Häuser mit Tonnendach gibt es eher selten. Vor allem sind oft baurechtliche Vorschriften ein Hindernis.
Tonnendächer können nur mit Metall gedeckt werden -Titan-Zink, Kupfer oder Edelstahl. Eine Dacheindeckung mit Beton oder Tonziegel ist wegen der Wölbung nicht möglich.
Die absolut interessante Dachform bietet auch einige Vorteile. Einer davon ist, dass bei einer Dacheindeckung mit Metall die Sonnenstrahlen reflektiert werden und es dadurch unter dem Dach im Sommer absolut kühl bleibt. Auch hat man im Dachgeschoß bei geschickter Planung die gleiche Wohnfläche wie im Erdgeschoß.

Ein typisches Beispiel für Tonnendächer findet man auf dem Indischen Subkontinenten mit den Palastbauten.
Aber auch in unseren Breiten werden Häuser mit Tonnendächern gebaut.

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 Bogendach

Das Bogendach ist eine besondere Bauform des Tonnendaches. Es ist ebenfalls gewölbt und besticht deshalb durch eine abgerundete Optik. Der Unterschied zum Tonnendach besteht jedoch im Wölbungswinkel. Dieser ist beim Bogendach wesentlich flacher als beim Tonnendach. Im Querschnitt wird deshalb beim Bogendach eine elliptische Form sichtbar.

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Diese verschiedenen Dachformen gibt es aber auch in Mischformen. So kann  zum Beispiel ein Mansarddach auch  mit einem Krüpelwalbdach kombiniert werden.

Dieser Artikel ist Teil unserer Serie “ Die verschiedensten Dachformen“.
Teil 1 Das klassische Satteldach
Teil 2 Das flexible Pultdach
Teil 3 Das Flachdach
• Teil 4 Besondere Dächer